Unser Khon Kaen-Stammtisch und die Kritik

Herzlich Willkommen bei unserem Khon Kaen-Stammtisch-Blog an Songkran.

Wir vom Khon Kaen-Stammtisch möchten unseren Gastgebern und allen Thais in der übrigen Welt ein frohes und glückliches Neues Jahr 2555 wünschen.

Wasserfest, Spaß, Unterhaltung,

Wenn sie mehr über Songkran wissen möchten, einfach auf das Bild klicken.

Liebe Besucher unseres stets toleranten Khon Kaen-Stammtisch-Blogs, heute möchte ich mich einmal über die Kritik mancher Gäste des Khon Kaen-Stammtisches und auch anderer Farangs an ihrem Gastland und deren Bewohnern befassen.

Bei allem Verständnis für manche Kritik an einigen Dingen in Thailand bin ich doch der Meinung, der Farang sollte sich bemühen, Land und Leute so zu nehmen, wie sie sind, und nicht, wie er sie gerne haben möchte.

Ständige Kritik an der Regierung oder an den Verhältnissen in unserem gelobten Land, in welches wir ja freiwillig gekommen sind,  ist auf die Dauer nicht nur frustrierend, sondern ich sehe auch die Gefahr, dem Touristen, der über die Hintergründe und die Handlungsmotive  nicht informiert ist, ein einseitiges und damit falsches Bild des Landes zu vermitteln.

Die jetzige Ministerpraesidentin Yingluck Shinawatra

Die jetzige Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra

Die Regierenden in Bangkok sind Thais, und zwar Thais, die sich eben durch stärker ausgeprägte Thai-Charaktereigenschaften in diese Stellung aufgeschwungen haben. Es ist naiv zu erwarten, dass sie bei ihren Entscheidungen nicht Thai-Wertvorstellungen zu Grunde legen.

Das heißt vor allem, daß sie das tun, was kurzfristig Gewinn an Geld oder Ansehen bringt oder auch Gesichtsverlust vermeidet, ohne daß sie dabei viel an die Konsequenzen denken. Das gilt genau so für die öffentliche Abzockerei der Farang wie für die Kampagne gegen das ausufernde Nachtleben. Wir mögen in allen Fällen argumentieren, dass der Schaden für Ansehen oder Ökonomie des Landes grösser als der Nutzen sein wird.

Das wird aber keinen Politiker in Thailand veranlassen, diese Überlegungen nachzuvollziehen.

Jeder, der länger in diesem Lande lebt, wird mir zustimmen, dass es einem Thai und erst recht einem Thai in einer Amtsstellung nicht möglich ist, auf Grund positiver oder negativer Kritik eines Farang etwas zu ändern. Ich finde es deshalb auch sinnlos, mit missionarischem Eifer gegen die Wertvorstellungen der Thais oder die Handlungen der Regierenden anzugehen. Thais denken anders, fühlen anders und handeln anders als wir Farang.

In Thailand ist es immer noch am Schönsten!

Archivbild

Ich selbst habe in meinen Beitraegen fuer den Stammtisch und meinen Geschichten so manche Thai-Eigenart ans Licht gezogen. Dies aber nicht mit der Absicht, den Charakter der Thais zu kritisieren oder gar zu versuchen, diese Menschen zu ändern, sondern um den Stammtischfreunden und den geneigten Lesern dieses Blogs einige Hilfestellung und auch Warnungen zu geben, um in diesem Land zurechtzukommen und sich wohlzufühlen.

Ich bin aber der Ansicht, dass es nicht Aufgabe des Khon Kaen-Stammtisch-Blogs sein kann, sich auf die Bekämpfung der Missstände in diesem Land zu konzentrieren.

Dem Farang aufzeigen, wo er sich vorsehen muss und nützliche Tipps geben: Ja! Die polischen Zustände anprangern und bekämpfen: Nein!

Bei den vielen Klagen darüber, wie schlecht die Farang in Thailand behandelt werden, kommt immer wieder das Argument, dass wir hier weniger Gast als zahlender Kunde sind. Der Unterschied zwischen Gast und Kunde ist dabei für mich nur semantisch.

Auch in einer deutschen „Gastwirtschaft“ bekomme ich als „Gast“ nichts umsonst, und wenn dem „Gastwirt“ das Benehmen eines „Gastes“ nicht passt, kann er ihn jederzeit aus seinem Laden verweisen oder Lokalverbot erteilen. Ich bin der Meinung, dass wir uns als Gäste in einem fremden Land nach den dort herrschenden Gesetzen und Gewohnheiten zu richten haben.

Hier herrschen andere Regeln

Urlaub im Paradies

Für den Touristen, der sein Thailandbild aus bunten Reiseprospekten erworben hat, mag es angehen, dass er sich unter Thailand so etwas wie ein einziges grosses Disneyland vorstellt. Wer aber als Farang in diesem exotischen Land leben will, muss sich vor allem darüber klar sein, dass er sein eigenes Gesellschaftssystem verlässt, um in einem Land zu leben, in dem andere Regeln des Zusammenlebens gelten. Er muss sich vor allem darüber klar sein, dass er das dichte Dach seines eigenen Rechtssystems verlässt, um unter das Dach eines fremden Rechtssystems zu kriechen, das eine ganze Reihe Löcher aufweist.

In Thailand gelten zwar ähnliche Gesetze wie in Deutschland, die praktische Anwendung oder die Auslegung der Gesetze weicht aber stark von dem ab, was bei uns in Deutschland gilt. Hier gilt man eben nicht als unschuldig, solange die Schuld nicht klar bewiesen ist, sondern ist, wenn man Pech hat, gezwungen, seine Unschuld zu beweisen. Der alte Advokatenspruch „Recht ist nicht was man hat, sondern was man bekommt“ gilt in Thailand in viel stärkerem Masse als bei uns.

Auch gilt hier noch der alte Spruch „Geld (Macht) geht vor Recht“.

Aber wie kommen wir dazu zu erwarten, dass die Thais nun ihre Praxis der Rechtsprechung nach unserem Verständnis ausrichten, nur weil wir uns entschlossen haben, in ihrem Land zu leben. Wer sich als Farang trotz aller Warnungen auf zweifelhafte Dinge einlässt, der muss sich klar darüber sein, dass er dafür die in Thailand üblichen Konsequenzen in Kauf nehmen muss.

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