Unser Khon Kaen-Stammtisch und die Euro-Krise

Liebe Freunde vom Khon Kaen-Stammtisch-Blog, heute lade ich euch noch einmal ein, um mit mir vor Antritt meines wohlverdienten Jahres- bzw. Heimat-Urlaubs die Höhen und Tiefen in dem von uns selbst gewählten Rentner-Paradies Thailand zu erforschen.

Alle reden von der Euro-Krise in den D-A-CH-Ländern, was geht uns das hier in Thailand eigentlich an?

Verlauf des Wechselkurses von Euro nach Thaibaht über 120 Tage.

Diese Frage ist ganz schnell beantwortet, wenn man sich seine Kontoauszüge näher betrachtet, und dann diese auch noch mit denen von vor 3 bis 4 Jahren vergleicht.

Unsere Rente wird immer noch in Euro überwiesen, selbst die bescheidenen Pensionszahlungen an unsere drei bis vier Beamten beim KK-Stammtisch erfolgt in Euro, wenn sie auch hier in Thailand in Thai-Baht ausgezahlt werden.

Das ist keine Krise mehr, da tut sich ein Abgrund auf, und dazu fällt mir wieder ein alter Spruch meines Vaters ein, den er uns mit erhobenem Zeigefinger bei jeder passenden Gelegenheit zu verstehen gab:

                   Nach 7 fetten Jahren 

folgen die 7 mageren Jahre!

Die fetten Jahre und die mageren Jahre

Von fetten Jahren spricht man, wenn es einem Land (oder einer anderen Institution oder Person) über den Durchschnitt gut geht und gute Erträge erzielt werden und von den mageren Jahren, wenn es dagegen sehr schlecht läuft. Diese Redewendung wird vielfach in abgewandelter Form verwendet wie etwa bei dem Filmtitel „Die fetten Jahre sind vorbei“.

Die Redewendung beruht auf einer Geschichte aus dem Alten Testament wo Josef dem Pharao von Ägypten zwei Träume deuten musste. Im ersten Traum träumte er von sieben fetten Kühen, die aus dem Wasser stiegen und alsbald von sieben mageren Kühen aufgefressen wurden. Danach träumte er von sieben fetten Ähren, die bald darauf von sieben dürren Ähren verschlungen wurden. Josef deutete die zwei Träume beide in gleicher Weise. Die Kühe und die Ähren seien jeweils Jahre. Durch den Traum würde Gott dem Pharao mitteilen, dass es nun sieben besonders ertragreiche Jahre geben würde worauf allerdings sieben besonders dürre Jahre mit drohender Hungersnot folgen würden. Der Pharao konnte diese Voraussage nun nutzen, um in den fetten Jahren Vorsorge zu treffen für die mageren Jaher in der ferneren Zukunft.  

Die Folge davon ist, daß wir selbst den Gürtel immer enger schnallen müssen, und den Hafersack der Herz-Allerliebsten etwas tiefer hängen müssen.

Man kann seine Rente ja mit Lotterie-Losen oder mit zocken aufstocken. Aber bitte in Burma, Laos oder Kambodscha, denn in Thailand ist zocken streng verboten, es droht Knast vom Schlimmsten. Man kann aber auch sein Geld an die Thais verleihen, dann hat man ausgesorgt aber auch kein Geld mehr.

Anmerkung: Ich rede hier etwas bildhaft, damit man es auch wirklich versteht! Die Lage ist beschissen!!!

Können sich Deutsche-, Österreicher- oder Schweizer-Rentner überhaupt noch einen Langzeiturlaub oder ein Leben in Thailand leisten?

Die Euro Krise hat auch auf Thailand Auswirkungen – nicht nur beim Export von Waren, sondern auch bei den realen Lebenserhaltungskosten für europäische Touristen und vor allem Rentner die hier in Thailand ihren Lebensabend verbringen wollen. 

Im Bereich der Touristen sieht man eine – meines Erachtens bedenkliche Umwälzung im Nationengemisch: Deutsche oder Schweizer Touristen sind in den letzten Jahren durch Russen, Chinesen, Koreanern und Australier ersetzt worden.

Thailand – Tourismus von Euro

Krise nicht betroffen

Juli 15, 2012 | 09:00

 Die anhaltende Schuldenkrise in Europa hat keine Auswirkungen auf Thailands Tourismus bisher, sagt Tourismus- und Sportminister Chumpol Silpa-Archa.

Im Zusammenhang mit der “Yingluck Regierung trifft die Leute” Sendung auf NBT am Samstag, berichtete  Chumpol die Zahl der ausländischen Touristen aus 11 europäischen Ländern sei weiterhin gestiegen.  Aus  Korea, Japan und China seien sogar wesentliche Steigerungen zu verzeichnen gewesen.

Der Minister führte die  Tourismussteigerungen auf  den Erfolg von Premierminister Shinawatra Yingluck bei der  Wiederherstellung des Vertrauens in Thailand durch den Besuch mehrerer Länder unmittelbar nach ihrem Amtsantritt zurück.

Er sagte voraus, dass die Zahl der ausländischen Touristen in Thailand 20 Mio. erreichen würde  in diesem Jahr mit einem Gesamtumsatz von rund 800 Milliarden Baht. Im vergangenen Jahr erzielte Thailand 19,2 Millionen Besucher und rund 770 Milliarden Baht  Einnahmen aus dem Fremdenverkehr.

thailand tourismus

Thailand Tourismus

Naja die Zahlenspielereien der Tat sind bekannt. Meines Erachtens sind die Kosten für einen Thailand Urlaub eines Europäers in den letzten 4 Jahren um über 100% gestiegen, zusammengesetzt aus Flugtickets, Kursverlusten und die immense Inflation in den Urlaubsgebieten. Ob das wirklich keine Auswirkungen auf die Europäer hat, darf bezweifelt werden. Zudem geben die Asiaten anders aus als die Europäer – mehr Geld in den Hotels dafür weniger in Bars.

Das heißt dem einfachen Thai bleibt weniger.


Bei den Rentnern ist es noch weit krasser – Da die Lebenserhaltungskosten mittlerweile in Phuket oder Koh Samui explodieren wandern viele ab und versuchen es noch mal in Ranong, in Khon Kaen, im Isaan, oder eventuell noch in Pattaya.

Die Preisexplosion in Phuket ist immens – Gefühlte 20 bis 30 Prozent sind es jedes Jahr. Verbunden mit dem Kursverfall des Euros tut sich für den Rentner eine immense Kostenschere auf – sein fixes Monatseinkommen in Form  der Rente wird immer weniger wert, dem gegenüber stehen permanent steigende Kosten.

Auf Phuket sind immer weniger Rentner anzutreffen – die Folge: Die Nebensaison wird immer flauer, Immobilien im Besitz dieser Rentner werden verkauft und beeinflussen den Immobilienmarkt, die Thais die bisher auch in der Nebensaison ihre Existenz im Tourismus finden konnten finden diese nicht mehr und die entsprechenden Angebote in der Phuketgazzette werden immer länger: Bar for Sale, house for sale und auch Car for sale.

 Die Thais haben dafür eine ganz passable Lösung: Wenn sie weniger Gäste oder wie man hier sagt Customers haben erhöhen sie einfach ihre Preise – Der Falang hat ja genug Geld der wird`s schon zahlen – aber ob diese Logik wirklich aufgeht darf bezweifelt werden.

Aber auch unsere Gastgeber, die Thais sind unzufrieden mit ihrer Lage und das  ganz ohne Euro-Krise.

 


Thailand steht wirtschaftlich gut da, das Land schließt bei den Autoexporten zu den führenden Industrieländern auf, die Exporte steigen, das Gesundheitssystem scheint zu funktionieren, die Schulkinder bekommen einen Tablett – PC gratis – warum ist der einfache Thai dann unzufrieden?

Weil in Thailand das Volkseinkommen sehr ungleich verteilt ist. Diese Tendenz daß der Arme immer weniger vom Kuchen erhält der Reiche aber einen immer größeren Anteil ist nahezu auf der ganzen Welt in den letzten 10 Jahren aufgetreten, aber besonders brutal in Thailand und den anderen Schwellenländern. Der einfache Thai hat kaum genug zum Leben da trifft es ihn am Nerv, wenn die Treibstoffpreise steigen, die Lebensmittelpreise exorbitant steigen und ganz einfach ausgedrückt er die Grundbedürfnisse zum Leben “mit seiner Hände Arbeit” nicht mehr befriedigen kann.

Und die Thais haben ihren Horizont erweitert. In den letzten 10 Jahren kam die Revolution der Kommunikation in Form des Handys und Internets auch in Thailand an. Die Regierung kann diese Entwicklung nicht mehr kontrollieren – sie versucht es noch immer mit einer Kontrolle des TV, der Zeitungen  und auch mit einer Kontrolle des Internets, aber sie wird diesen Kampf verlieren. Den Thais geht langsam auf daß ihre Regierung – gleich welcher Farbe – zumindest in den letzten 20 Jahren versagt hat. Die Entwicklung von Thailand im Vergleich zu China ist jämmerlich. Warum können 700.000 Chinesen dieses Jahr Urlaub allein in Phuket machen? Für einen Thai ist Phuket nahezu unbezahlbar. Wo haben die das Geld her? Vor 10 Jahren hatten sie es offensichtlich noch nicht. Tatsächlich verlegen langsam chinesische Unternehmen ihre Produktion nach Thailand oder nach Kambodscha – China ist zunehmend kein  Billiglohnland mehr.

Und mit Google translate hat der einfache Thai unbegrenzten Zugriff auf alle Medien der Welt. Der einfache Thai ist unzufrieden – wie ich glaube zu Recht. Aber welcher Ausweg bietet sich an? Thaksin, Yingluck oder  die Demokraten sicher nicht.

Unser Kosa-Stammtisch, jeden Freitag ab 11 Uhr im Kosa Beer-Garden, ein Erlebnis der besonderen Art.

Hinweis: Wusstet ihr auch, dass es einen Samstags-Stammtisch in kleiner Runde gibt?

Wenn auch nur sporadisch und nicht regelmäßig.

Premium Senioren beim Samstag-Stammtisch in der Eric’s Bar in Khon Kaen-Thailand!

Das Foto wurde mir freundlicher Weise von unserem IT-Berater zur Verfuegung gestellt, danke Jürgen!

Archivbild unserer Stammtischbrüder

Letzten Freitag war unser Kosa-Stammtisch wieder mal ausserordentlich gut besucht. Es war ja auch kein Freitag, der 13.!

Das Wetter war uns auch zugetan, und so konnten in froher Runde wieder einmal die großen und kleinen Problemchen behandelt werden, natürlich nur soweit im Paradies überhaupt welche auftreten. Denn große Probleme kennen wir ja beim KK-Stammtisch nicht, sondern nur Unregelmäßigkeiten, und damit werden wir spielend fertig.

Ein leidiges Thema habe ich ja oben schon angesprochen.

Für mich heißt es jetzt zuerst einmal ausspannen von dem Leben im Paradies in der alten, hoffentlich sommerlichen Heimat. Bin zwar nächsten Freitag noch einmal inmitten unserer Runde, aber es erfolgt im August kein Bericht und damit auch kein Khon Kaen-Stammtisch-Blog.

Wenn sie mehr über meinen Heimat-Urlaub erfahren möchten, einfach auf das Bild klicken, danke!

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