Dengue-Fieber beim Kosa-Stammtisch

 Liebe Freunde vom Khon Kaen-Stammtisch seid gegruesst und schaut euch meinen heutigen Bericht aufmerksam an, denn es geht auch um ihre Gesundheit.

Urspruenglich hatte ich fuer heute ein anderes Thema vorgesehen, aber aus gegebenem Anlass habe ich meinen Beitrag angepasst.

Einer unserer Stammtischfreunde, vom harten Kern, klagte beim letzten Treffen ueber Unwohlsein und Gliederschmerzen. Als die Beschwerden gegen Abend zunahmen, begab er sich in die Klinik, wo er zur Zeit noch ist.

Die Diagnose lautete: Dengue-Fieber.

Wir wuenschen unserem Stammtischfreund auf diesem Wege gute Besserung, und dass er bald wieder in alter Frische an unserem beliebten Stammtisch teilnehmen kann.

Landesweit besteht ein erhöhtes Dengue Fieber-Übertragungsrisiko.

Aus der Provinz von Phuket wurden in den vergangenen Wochen vermehrt Dengue Fieber-Fälle berichtet. Landesweit wurden mehr als 11.000 Erkrankungsfälle in diesem Jahr registriert – darunter neun Todesfälle. Viele der Erkrankungsfälle werden von den Andamanen so wie aus den Provinzen und Städten Ratchaburi, Samut Sakhon, Samut Songkhram, Rayong, Kamphaeng Phet, Nakhon Sawan, Lopburi, Nakhon Ratchasima, Khon Kaen und Bangkok berichtet.

Thailand ist das Land, aus dem mit Abstand die meisten Dengue Fieber-Fälle nach Deutschland importiert werden.

Das bedeutet alljährlich infizieren sich deutsche Touristen während und nach ihrem Aufenthalt in Thailand (2010: 165; 2009: 91). mit Dengue Fieber.

Reisende sollten daher gute Mückenschutzmaßnahmen durchführen.

Hier das Merkblatt vom auswaertigen Amt:

Dengue – Fieber

Denguefieber ist die häufigste Virusinfektion, die von Mücken übertragen wird.

In Asien, Lateinamerika und Afrika ist Denguefieber weit verbreitet.

Bei Reisenden gehört es zu den häufig importierten Virusinfektionen.

Dengue-Viren werden von tagaktiven Stechmücken der Gattung Aedes übertragen.

Es gibt vier Varianten, die Subtypen DEN 1 bis 4, die alle die gleiche Krankheit auslösen. Sie leben in gern in den Städten. Deshalb kann es zu großen Ausbrüchen (Epidemien) kommen, wenn die Mücken in der Regenzeit zahlreicher werden. Ihre Larven entwickeln sich in Pfützen, leeren Dosen, Blumenvasen und Autoreifen, in Astgabeln und Blättern. Gärten, und Friedhöfe, Baustellen und
Müllhalden sind günstige Biotope.

Im Chlorwasser von Schwimmbecken überleben sie nicht.
Krankheitsverlauf
Dengue tritt in zwei Formen auf. Üblich ist das klassische Dengue Fieber. Nach einer Inkubationszeit von drei bis zehn Tagen (vom Stich der Mücke bis zu den ersten Krankheitszeichen) kommt es zu hohem Fieber, Hautausschlag, starken Kopf-, Knochen- und
Gliederschmerzen. Die Symptome sind unspezifisch und ähneln manchmal einer „Grippe“.
Die akute Phase klingt nach fünf bis sieben Tagen langsam ab, wobei manchmal der Masern-ähnliche Hautausschlag wieder kommt. Die Genesung kann sich noch über Tage und Wochen hinziehen,
begleitet von Schwäche und Müdigkeit.
Schließlich heilt das Dengue Fieber aber folgenlos aus und hinterlässt lebenslange Immunität gegen den verursachenden Denguevirus-Subtyp (nicht aber gegen die anderen drei). Wiederholtes Dengue ist möglich.

Symptome bei klassischem Dengeufieber
Dengue Viren schädigen das blutbildende System. Bei Dengeufieber kommt es zu einer Verminderung der Blutzellen, vor allem der Blutplättchen (Thrombozyten). Das führt in seltenen Fällen zu flohstichähnlichen oder flächigen Einblutungen in die Haut oder zu
Schleimhautblutungen (z.B. von Zahnfleisch und Nase). Besonders bei Vorerkrankungen (Blutkrankheiten, Magengeschwüre, Nierensteine u.a.m.) können die Blutungen bedrohlich

Aedes albopictus, die asiatische Tigermücke,
ist Hauptüberträger der Dengue Viren werden. Das kann auch bei Gesunden passieren, wenn die Blutplättchen unter eine kritische Grenze abfallen. Deshalb wird der Arzt das Blutbild regelmäßig kontrollieren.
Die zweite, gefährliche Verlaufsform einer Denguevirus Erkrankung ist als Dengue Hämorrhagisches Fieber (DHF) bekannt, das im Extremfall zu einem lebensbedrohlichen Schock führt, dem Dengue Schock Syndrom (DSS). Schwere Verläufe scheinen bei
wiederholten Dengue-Erkrankungen mit neuen Subtypen häufiger vorzukommen. Zunächst verläuft die Krankheit auch hier klassisch. Mit der Entfieberung ca. 5 Tage nach dem Ausbruch kommt es aber nicht zu der erhofften Besserung sondern zu einer dramatischen Verschlechterung: Unruhe, Angst, kalter Schweiß und Herzrasen steigern sich zum Vollbild eines Schocks. Durch eine fehlgesteuerte Immunreaktion bieten die Antikörper, die sich nach
der ersten Dengue-Infektion bildeten, keinen Schutz, sondern führen zu einer fatalen Kaskade aus Durchlässigkeit der Blutgefäße, Störung der Thrombozyten und der Blutgerinnung.
Flüssigkeit (Plasma) tritt aus den Blutgefäßen aus, später versickern auch Blutkörperchen in
Geweben und Körperhöhlen. Der Blutdruck fällt. Lunge, Leber, Nieren und Darm werden schlecht durchblutet, später auch Herz und Gehirn. Unbehandelt verlaufen DHF und DSS oft tödlich; mit intensivmedizinischer Behandlung können aber bis zu 99% überleben.

Meistens – aber eben nicht immer – erkranken nur einheimische Kinder mit gefährlichen Verläufen. Besonders betont werden muss, dass auch Zweiterkrankungen nur selten zu DHF/DSS führen. Meistens verlaufen sie ähnlich harmlos wie eine erste Erkrankung.
Diagnose und Therapie
Reiseverlauf oder Aufenthaltsort, Beschwerden und ein „Blutbild“ geben dem Arzt bereits die entscheidenden Hinweise. Eine Malaria sollte immer ausgeschlossen werden. Eine gezielte Blutuntersuchung auf Antikörper gegen die Dengue Viren sichert schließlich die Diagnose.
Leider gibt es gegen die Dengueviren weder wirksame Medikamente noch eine Impfung. Die Behandlung von Denguefieber, DHF oder DSS ist deshalb symptomatisch, richtet sich also auf eine Linderung der Beschwerden und die Behandlung von Komplikationen. Die Zufuhr von Flüssigkeit ist wichtig; auf Aspirin und Ibuprofen sollte wegen der Blutungsgefahr verzichtet werden. Meist können Patienten mit Denguefieber ambulant in der Arztpraxis betreut werden. Eine Behandlung im Krankenhaus ist indiziert bei:
· mangelhafter Flüssigkeitsaufnahme oder nachlassender     Urinausscheidung
· Verschlechterung des Allgemeinzustands, Unruhe oder Apathie
· niedriger Thrombozytenzahl oder Blutungen

Vorbeugung
Wichtig sind die Bekämpfung der Überträgermücken und sorgfältiger persönlicher Schutz vor Stichen (in diesem Fall auch tagsüber). Am wirksamsten ist es, den Aedesmücken die
Brutplätze zu nehmen, indem man zusammen mit der Nachbarschaft dafür sorgt, dass es in der Nähe der Häuser keine stagnierenden Wasserstellen mehr gibt.

Hier in unserem kleinen Dorf in der Provinz Khon Kaen wird in regelmaessigen Abstaenden gesprueht, auf Wunsch auch im Haus.

Das Versprühen von Insektiziden kann als zusätzliche Maßnahme sinnvoll sein. Mückengitter an den Fenstern und Moskitonetze über den Betten, gerade auch in den Kinderzimmern sind wichtig.

Lange Kleidung und persönliche Mückenschutzmittel, sogenannte Repellentien, runden die Vorbeugung ab. Sie sind besonders effektiv, wenn sie nicht nur auf den unbedeckten Körperpartien aufgetragen werden (DEET oder Bayrepel), sondern wenn auch die Bekleidung mit eigens dafür hergestellten Produkten (Permethrin) regelmäßig imprägniert wird.
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Was ich noch nicht wusste:

Aspirin löst bei Dengue-Fieber innere Blutungen aus. In den Tropen wird deshalb empfohlen besser zu z.B. Tylonol zu wechseln.

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